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Online Mitgliederversammlung des Hopfenrings am 08.06.2021

Am 08.06.2021 fand aufgrund der Corona-Pandemie erstmals die Mitgliederversammlung des Hopfenrings online statt.

Mitgliederversammlung des Hopfenrings

Am 08.06.2021 fand aufgrund der Corona-Pandemie erstmals die Mitgliederversammlung des Hopfenrings online statt. Neben dem Geschäfts- und Kassenbericht stand auch die weitere Vorgehensweise bezüglich der Insolvenz der CAC Finanz AG auf der Tagesordnung.

Vorsitzender Stefan Gandorfer begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung und gab einen Einblick in die wichtigsten Entwicklungen beim Hopfenring in den vergangenen beiden Jahren. So wurde zum 01.01.2020 das Personal – anstatt wie bisher beim LKP – nun direkt beim Hopfenring angestellt. Im selben Zug wurde ein Dienstleistungsvertrag mit dem LKP geschlossen, in dem die Zusammenarbeit der beiden Organisationen geregelt wird.

Aus dem Geschäftsbericht

Anschließend übernahm Geschäftsführer Lukas Raith das Wort um den Geschäftsbericht für die Jahre 2019 und 2020 vorzutragen.

Erfreulicherweise konnte der Hopfenring auch im abgelaufenen Berichtszeitraum wieder Mitglieder aus den Anbaugebieten Tettnang und Elbe-Saale hinzugewinnen. Damit sind mittlerweile 100% der bayerischen und 93% der deutschen Hopfenpflanzer Mitglied beim Hopfenring. Eine Entwicklung die Lukas Raith ausdrücklich begrüßte: „Von der engen Zusammenarbeit zwischen den Anbaugebieten profitieren alle deutschen Hopfenpflanzer. Daher hoffen wir, dass wir mittelfristig auch in Anbaugebieten außerhalb Bayerns nahezu alle Hopfenpflanzer als Mitglied im Hopfenring begrüßen dürfen!“ Die Mitglieder des Hopfenrings profitieren von einem breit gefächerten Dienstleistungs- und Beratungsangebot rund um den Hopfen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Qualität und Nachhaltigkeit gelegt.

Einer der Kernbereiche liegt dabei in der Bodenuntersuchung. Insgesamt wickelte der Hopfenring in den Jahren 2019 und 2020 etwa 11.000 Bodenuntersuchungen jährlich ab und ermöglichte den Landwirten damit – zusammen mit der Durchführung einer Düngebedarfsermittlung – eine an die Nährstoffversorgung angepasste Düngung in der Praxis umzusetzen. 87% der bayerischen Hopfenpflanzer nahmen 2020 an der Nmin-Untersuchung teil – ein Anteil, wie er wohl in kaum einer anderen Kultur zu finden sein dürfte. Aufgrund der hohen Bedeutung der Bodenuntersuchung wird der Hopfenring das eigene Nmin-Labor für die Saison 2022 modernisieren und unter anderem in eine neue Analysentechnik investieren. So kann auch in Zukunft eine zuverlässige und schnelle Ermittlung der Nmin-Ergebnisse im Hopfenbau sichergestellt werden.

Doch nicht nur der Boden steht beim Hopfenring im Fokus, sondern insbesondere auch die Qualität und Rückverfolgbarkeit des Hopfens. Mehr als 99% der bayerischen Hopfenernte wurden vom Hopfenring in den vergangenen beiden Geschäftsjahren zertifiziert. Im Rahmen der Neutralen Qualitätsfeststellung (NQF) wickelte der Hopfenring im Jahr 2020 mit 10.513 Partien (VJ: 10.711) wieder einmal eine große Hopfenernte ab. In diesem Zusammenhang wurde auch das Pflanzenschutzmittel-Rückstandsmonitoring durchgeführt. Hier wurden ca. 5% aller Partien auf 557 Wirkstoffe untersucht. Dabei waren sowohl 2019 als auch 2020 alle Partien entweder innerhalb der EU oder außerhalb der EU vermarktbar, was den verantwortungsvollen Umgang der Hopfenpflanzer mit Pflanzenschutzmitteln erneut belegt.

Daneben wurde im Jahr 2020 ein Projekt zur Bilderkennung in der NQF gestartet, bei dem das Ziel verfolgt wird, die Bestimmung der äußeren Qualität zu objektivieren. In dem von der HVG e.G. und dem Deutschen Hopfenwirtschaftsverband finanzierten Projekt wurden bereits 2020 sehr gute und wiederholbare Ergebnisse erzielt. 2021 wird nun eine weitere Verbesserung des Systems, insbesondere bezüglich der Performance bei selten vorkommenden Krankheiten und Schädlingen, angestrebt.

Neben den saisonalen Tätigkeiten während der Hopfenernte steht der Hopfenring den Hopfenpflanzern als kompetenter Ansprechpartner zu allen produktionstechnischen Fragestellungen des Hopfenanbaus ganzjährig zur Verfügung. Im Jahr 2020 konnten 341 Betriebe (VJ: 250) einzelbetrieblich beraten werden. Damit nehmen rund 31,5% der deutschen Hopfenbetriebe eine einzelbetriebliche Beratung durch den Hopfenring in Anspruch. Der Schwerpunkt lag dabei insbesondere im Bereich Pflanzenschutz. Das Wachstum im Bereich der Beratung ist aber insbesondere auf die steigende Nachfrage der Düngeberatung zurückzuführen.

Daneben wurden 2020 die zahlreichen Fachveranstaltungen des Hopfenrings -trotz notwendiger Hygienekonzepte – sehr gut angenommen. Zudem mussten einige Veranstaltungen aufgrund von Covid-19 online abgehalten werden. Der Nachfrage der Pflanzer tat dies allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: mit rund 2.400 Teilnehmern stieg die Teilnehmerzahl um rund 1.000 Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr beträchtlich. Aufgrund dieses großen Erfolgs wird das digitale Beratungsangebot in den kommenden Jahren weiter ausgebaut, so dass bereits 2021 durch einen WhatsApp-Broadcast die digitalen Beratungsinhalte noch schneller mit den Betrieben geteilt werden können.

Die Nutzung der kostenfreien Telefonberatung hat sich im Jahr 2020 ebenso positiv entwickelt. So stieg der Beratungsumfang an der Hotline um 17% auf nunmehr 18.515 Gesprächsminuten. 68% der bayerischen Hopfenpflanzer nutzen die telefonische Beratung durch den Hopfenring.

Weiterentwickeln musste der Hopfenring im abgelaufenen Geschäftsjahr das seit Jahren bestehende Qualitätsmanagementsystem ISO 9001, da die Matrixzertifizierung im ISO-System nicht mehr zulässig war. Durch die Anpassung des Systems zu einem neuen „QM-Hopfen“ begleitet der Hopfenring die Betriebe aber weiterhin in der Vorbereitung auf Betriebsprüfungen, bei Kennzahlenermittlungen sowie der Erstellung von Dokumentationshilfen. Die Zahl der teilnehmenden Betriebe konnte im ersten Jahr mit 177 stabil zum ISO-System gehalten werden. Nach dem ersten erfolgreichen Jahr zeichnet sich nun ein deutlicher Anstieg teilnehmender Betriebe in der Saison 2021 ab.

Zusätzlich begleitet der Hopfenring das Nachhaltigkeitssystem der deutschen Hopfenwirtschaft. 2020 waren 419 Betriebe und 50% der Fläche als nachhaltig registriert. „Dieser Anteil wird 2021 deutlich höher sein“, hob Lukas Raith lobend hervor. Es sei für die Landwirtschaft immens wichtig, der Gesellschaft aktiv zu zeigen, was im Hinblick auf die Nachhaltigkeit schon sehr gut gemacht wird. Es ist schön zu sehen, dass der Hopfen hier eine Vorreiterrolle einnimmt.

Zum Ende bedankt sich Lukas Raith bei den Mitarbeitern, Vorstand und Beirat, sowie allen Partnerorganisationen und Landwirten für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Kassen- und Revisionsbericht

Die Finanzen des Hopfenrings stellte Kassenprüfer und Steuerberater Herr Czekalla von der Steuerberatungsgesellschaft Ecovis aus Mainburg im Kassen- und- Revisionsbericht vor. Herr Czekalla prüfte die Kasse am 11.02.2021 in der Geschäftsstelle des Hopfenrings. „Die durchgeführten Prüfungshandlungen führten zu keinen Beanstandungen. Der Verein ist finanziell solide aufgestellt“, resümierte Herr Czekalla am Ende seiner Ausführungen. Im Anschluss daran wurden sowohl die Vorstände als auch der Geschäftsführer des Hopfenrings von den Mitgliedern per Online-Abstimmung für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 entlastet.

Weitere Vorgehensweise CAC Finanz AG

Im Anschluss übernahm HR-Vorsitzender Stefan Gandorfer wieder das Wort, um zum Tagesordnungspunkt 5 „Beschlussfassung zur weiteren Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Insolvenz der CAC Finanz AG“ zu kommen. Herr Gandorfer erläuterte dabei, dass der für die CAC Finanz AG zuständige Insolvenzverwalter weiterhin alle Möglichkeiten prüft, um die Insolvenzmasse weiter anzuheben. Dazu gehören insbesondere die weitere Realisierung von Darlehensrückzahlungsansprüchen und sonstigen Forderungen der Insolvenzschuldnerin, sowie die Prüfung insolvenzrechtlicher Anfechtungs- und Haftungsansprüche der selbigen.

Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen den früheren Geschäftsführer des Hopfenrings Herrn Hörmansperger und den früheren Vorsitzenden Herrn Kreitmeier bezüglich der Anlage von Vereinsgeldern bei der CAC Finanz AG ist bereits Ende 2019 eingestellt worden, da beiden keine vorsätzliche Pflichtverletzung nachzuweisen war. Fraglich war somit nur noch, ob zivilrechtliche Schritte gegen die beiden ehemaligen Verantwortlichen des Hopfenrings in die Wege geleitet werden sollen. Einem ungewissen Prozessausgang stünde dabei ein erhebliches Prozesskostenrisiko gegenüber, mahnte Gandorfer.

Die Mitglieder votierten bei der Beschlussfassung im Anschluss an die Ausführungen des Vorstands für eine Entlastung von Herrn Hörmansperger und Herrn Kreitmeier und somit für den Verzicht auf die Erhebung zivilrechtlicher Ansprüche. Aus Sicht des Hopfenrings ist somit nur noch das Ergebnis des Insolvenzverfahrens in der Causa Finanz AG abzuwarten.

Aktueller Pflanzenstand

Zum Ende der Veranstaltung informierte HR-Beratungsleiter Robert Obermaier die Landwirte über die aktuelle Situation in den Hopfengärten. Nach der kühlen und nassen Witterung im Mai sei die Entwicklung der Pflanzen um etwa 7-10 Tage verzögert. Mit der nun wärmeren Witterung nimmt das Hopfenwachstum Fahrt auf. Allerdings ist auch ein verstärktes Auftreten von Peronospora-Primärinfektionen in der Praxis festzustellen. Hier sind sobald möglich Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Dabei sollte auch darauf geachtet werden in gefährdeten Lagen und bei anfälligen Sorten eine vorbeugende Mehltaubehandlung zu setzen.

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